Entstehung
1200 bis 1300
Die wahrscheinlich mit den Familien von Stein, von Pflummern und von Stadion verwandten Herren von Salmendingen bewohnten im 14. Jahrhundert die Burg Hohenerpfingen. Im Jahre 1245 wird ein Peregrinus von Salmendingen als Zeuge für Graf Burkhard von Hohenberg genannt, 1260 Hartmann von Salmendingen als Ministeriale der Grafen von Hohenberg. 1315 vermachte Albrecht von Salmendingen dem Spital in Reutlingen 10 Jauchert Äcker bei Betzingen und verkaufte 1339 Eberhard von Salmendingen Güter seines Salmendinger Besitzes an Konrad Truchsess von Urach. Dessen Nachkommen nannten sich ebenfalls von Salmendingen. Ein Burkhard Schilling nannte sich nach 1350 Eigentümer der Burg Salmendingen und verkaufte 1386 das Reichslehen Salmendingen an Wilhelm Ungelter von Reutlingen. Die Burg wurde wohl spätestens in dieser Zeit als Wohnsitz aufgegeben und dem Zerfall überlassen. Die Kinder des Burkhard von Mannsberg und dessen Ehefrau Agate von Salmendingen verzichteten 1394 zugunsten des Klaus und Wilhelm Ungelter auf alle ihre Ansprüche an Burg und Dorf Salmendingen. 1401 verlieh schließlich König Ruprecht von der Pfalz den Burgstall Salmendingen mit Zubehör dem Grafen Eberhard von Werdenberg, von dort gelangte der Besitz 1534 an die Grafen von Fürstenberg. Heute ist sie im Besitz der Gemeinde.
Ein nur wenig ausgeprägter Vorsprung am Unterhang des Köbeles bildet den Burgplatz der ehemaligen Burg Salmendingen. Die durch Steinabtrag, Wegebau und Anderes veränderte Anlage lässt sich in eine umfangreiche Vorburg (8, 9) und die Kernburg (1-7) untergliedern. Von der vermeintlichen Vorburg sind auf der Hochfläche je zwei verflachte Wälle und Gräben angeführt worden, die sich aber bei der Analyse im Gelände als Altwege und Steinriegel zu erkennen geben. Ein aus dem Felsen gebrochener Halsgraben (5) mit vorgelagertem Wall (6) trennt die Bereiche der Kernburg und der vermeintlichen Vorburg.
Günter Schmitt
Die Kernburg besteht heute noch aus Halsgraben, Fels, Mauerschutt und den Resten des Bergfrieds. Sie umfassen polygonal fünfeckig ein Areal von etwa 20 mal 30 Metern. Die Umfassungsmauer (7) mit 1,50 Metern Stärke war bei der ersten württembergischen Landvermessung um 1835 noch erkennbar. Heute lassen wenige Mauerreste und Schuttriegel (7) von 0,50 bis 1,20 Metern Höhe den Verlauf der Umfassungsmauer noch erkennen, die aber zu Teilen auch schon komplett abgetragen ist. Der Zugang zur Kernburg (13) lag an der nordwestlichen Seite. Er führte in einen kleinen engen Burghof (3). Der Besucher betritt die Kernburg heute in der Regel vom Burgweg von der östlichen Ecke (4). Das Wohngebäude beziehungsweise der Palas (2) stand vermutlich an der nordöstlichen Außenmauer zur Talseite und zur Ortschaft hin. Seine Außenmauer dürfte dann mit der Umfassungsmauer identisch gewesen sein.
Günter Schmitt
An höchster Stelle der Kernburg liegen die noch etwa 4 Meter hohen und zuletzt 2010 bis 2014 instandgesetzten Mauerreste des ehemaligen Bergfrieds (1). Er wurde direkt über dem Graben als Frontturm und somit gleichermaßen als Schutzschild für die Burg errichtet. Sein Grundriss ist mit circa 9,50 mal 10,50 Metern fast quadratisch. Die Mauern mit 3,20 Metern Stärke weisen außen hammerrecht grob bearbeitete lagerhafte Quader und Kleinquaderverblendung, innen ausschließlich Kleinquaderverblendung auf. Der früher beschriebene Hocheingang am Bergfried ist nicht mehr vorhanden. Seine begehbare Spitze bietet einen guten Blick auf Salmendingen und das Heufeld.
(Dr. Christoph Morrissey)
Die hohe Dichte an Burgen, Schlössern und Ruinen im Zollernalbkreis steht in engem Zusammenhang mit der besonderen Landschaft des UNESCO Geopark Schwäbische Alb. Ihre Entstehung geht auf die geologische Entwicklung der Region zurück: mächtigen Kalksteinschichten aus der Jurazeit wurden durch Hebung und Erosion zu einer markanten Schichtstufenlandschaft mit Felsen, steilen Hängen und exponierten Anhöhen geformt.
Diese natürlichen Gegebenheiten boten ideale Voraussetzungen für den Burgenbau. Höhenlagen ermöglichten Schutz und Kontrolle zugleich: Steile Flanken erschwerten Angriffe, während die exponierte Lage weite Ausblicke über das Umland eröffnete. Burgen wurden daher gezielt auf Felsen, Bergspornen oder isolierten Kuppen errichtet – häufig in direkter Verbindung mit dem anstehenden Kalkstein.
Ein prägnantes Beispiel ist die Burg Hohenzollern, die weithin sichtbar auf dem Zollerberg thront. Als Zeugenberg dokumentiert er die frühere Ausdehnung der Albtafel nach Nordwesten. Auch zahlreiche weitere Anlagen im Zollernalbkreis nutzen die topografischen Vorteile der Alb und prägen bis heute das Landschaftsbild.
Die Burgenlandschaft ist damit Ausdruck des engen Zusammenspiels von Geologie und menschlicher Nutzung. Im UNESCO Global Geopark Schwäbische Alb wird dieser Zusammenhang besonders deutlich: Die charakteristischen Felsen und Höhenzüge sind nicht nur landschaftsprägend, sondern auch Grundlage einer jahrhundertealten Bau- und Siedlungsgeschichte.
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Theodor Zingeler/Wilhelm Friedrich Laur, Die Bau- und Kunst-Denkmaeler in den Hohenzollern'schen Landen, Stuttgart 1896, Seite 29-30.
Karl Theodor Zingeler/Georg Buck, Zollerische Schloesser, Burgen und Burgruinen in Schwaben, Berlin 1906, Seite 124.
Friedrich Hossfeld/Willy Baur (Bearbeiter), Kreis Hechingen (Die Kunstdenkmäler Hohenzollerns 1), Hechingen, 1939, Seite 265-270.
Eugen Nägele, Salmendingen, in: Blätter Schwäbischer Albverein 11/2, 1899, Seite 7, 33-35.
Casimir Bumiller, Studien zur Sozialgeschichte der Grafschaft Zollern im Spätmittelalter (Arbeiten zur Landeskunde Hohenzollerns 14), Sigmaringen 1990, Seite 37, 65.
Burgen um Burladingen. Ruine Salmendingen, in: Hohenzollerische Zeitung Nr. 132 vom 10.6.1992.
Günter Schmitt, Burgen, Schlösser und Ruinen im Zollernalbkreis (Zollernalb-Profile Band 3, Schriftenreihe des Zollernalbkreises) Ostfildern 2007, Seite 158-162 (mit Plan).
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1200 bis 1300
Ruine
Vergessene Burgen, Für Familien
frei zugänglich
Salmendingen - Salmendingen (Burladingen)
Georeferenzierung:
48.355441, 9.121768
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