Entstehung
1000 bis 1200
Archäologische Funde lassen die Entstehung der Burg um das Jahr 1100 vermuten. Die Herren (wohl Edelfreie) von Holnstein sind schon Ende des 12. Jahrhunderts schriftlich nachgewiesen. Vor 1198 wird ein Adilbert von Holstein genannt, der damals Mönch im Kloster Zwiefalten war. 1272/1274 wird ein Berthold als Ministeriale (Dienstmann) der Grafen von Württemberg angeführt. 1388 wird ein Teil der Burg an die Ungelter von Reutlingen verkauft. Über weitere Teilverkäufe kommt sie schließlich 1474 an die Grafen vom Zollern. Die Herren von Holnstein sterben 1496 aus, um 1534 wird die Burg wohl endgültig aufgegeben und 1585 der Turm abgebrochen. 1985 erfolgte die Sicherung der Mauern durch die Stadt Burladingen.
Die weitläufige Burg nimmt den höchsten Teil einer felsigen Kuppe ein, die sich über dem Laucherttal erhebt. Von Süden her erfolgt über die Hochfläche der nochmals leicht ansteigende und durch einen gesicherten Außenbereich (Vorburg) führende Zugang. Über einen gut 10 Meter breiten und einst sicher mehr als 3 Meter tiefen Halsgraben betritt man die Burg mit polygonal ans Gelände angepasster, stellenweise noch bis 5 Meter hoch erhaltener Ringmauer. Gegen die nordwestliche Seite ist im etwas flacheren Hang zum Laucherttal hin noch ein weiterer Graben im Fels abgetieft. Das heutige Tor, im Jahr 1985 so angelegt, dürfte auch der historische Zugang sein.
Günter Schmitt
Markant und auffallend ist eine etwa 50 Meter lange Felsrippe, die sich im Innenhof erhebt. An der westlichen Hangkante weitet sich diese und diente als erhöhter Standort für einen nahezu quadratischen Wohnturm mit 11,5 Metern Kantenlänge. Sein U-förmiges Mauerwerk ist noch bis zu 8 Meter hoch erhalten und zeigt leicht abgerundete Ecken. Davor liegt ein ausgemauerter Brunnenschacht. Weitere Gebäudegrundrisse sind im Anschluss an die Ringmauer (Frontmauer) im Süden zu erkennen, darunter auch ein kleines, unterkellertes Gebäude. Ein großes Gebäude mit Seitenlängen von 11,5 mal 16 Metern lag in der Südostecke der Ringmauer. Vielleicht handelte es sich dabei um ein palasartiges Wohngebäude. An der Nordspitze des Burghofes deutet eine breite Mulde vielleicht den Standort eines weiteren (Holz)-Gebäudes an. Das zeitliche Verhältnis dieser Bauten zueinander ist nicht sicher zu klären, vermutlich deuten sie aber den Baubestand des späten 13. Jahrhunderts an. Mit knapp 0,5 Hektar Gesamtfläche gehört die Burg schon zu den größeren Anlagen.
Günter Schmitt
Vielleicht entstand die erste Burganlage auf dem Felskopf, den heute der Wohnturm einnimmt. Ornamentierte Bodenplatten, die dort gefunden wurden, könnten von einer Burgkapelle stammen. Darunter liegen in der Felswand mehrere heute nicht mehr zugängliche Höhlen, die wahrscheinlich wie auch anderorts (etwa im Oberen Donautal) als Lager- oder auch Schutzräume in die Burg mit einbezogen waren. Sie sollen im Mittelalter noch vermauert gewesen sein. Der Name der Burg dürfte von diesen herrühren: Hölnstein = Hohler Fels.
(Dr. Christoph Morrissey)
Die hohe Dichte an Burgen, Schlössern und Ruinen im Zollernalbkreis steht in engem Zusammenhang mit der besonderen Landschaft des UNESCO Geopark Schwäbische Alb. Ihre Entstehung geht auf die geologische Entwicklung der Region zurück: mächtigen Kalksteinschichten aus der Jurazeit wurden durch Hebung und Erosion zu einer markanten Schichtstufenlandschaft mit Felsen, steilen Hängen und exponierten Anhöhen geformt.
Diese natürlichen Gegebenheiten boten ideale Voraussetzungen für den Burgenbau. Höhenlagen ermöglichten Schutz und Kontrolle zugleich: Steile Flanken erschwerten Angriffe, während die exponierte Lage weite Ausblicke über das Umland eröffnete. Burgen wurden daher gezielt auf Felsen, Bergspornen oder isolierten Kuppen errichtet – häufig in direkter Verbindung mit dem anstehenden Kalkstein.
Ein prägnantes Beispiel ist die Burg Hohenzollern, die weithin sichtbar auf dem Zollerberg thront. Als Zeugenberg dokumentiert er die frühere Ausdehnung der Albtafel nach Nordwesten. Auch zahlreiche weitere Anlagen im Zollernalbkreis nutzen die topografischen Vorteile der Alb und prägen bis heute das Landschaftsbild.
Die Burgenlandschaft ist damit Ausdruck des engen Zusammenspiels von Geologie und menschlicher Nutzung. Im UNESCO Global Geopark Schwäbische Alb wird dieser Zusammenhang besonders deutlich: Die charakteristischen Felsen und Höhenzüge sind nicht nur landschaftsprägend, sondern auch Grundlage einer jahrhundertealten Bau- und Siedlungsgeschichte.
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Theodor Zingeler/Wilhelm Friedrich Laur, Die Bau- und Kunst-Denkmaeler in den Hohenzollern'schen Landen, Stuttgart 1896, Seite 162-171.
Karl Theodor Zingeler/Georg Buck, Zollerische Schloesser, Burgen und Burgruinen in Schwaben, Berlin 1906, Seite 94-96.
Johann Adam Kraus, Hölnstein-Melchingen-Lichtenstein, in: Hohenzollerische Heimat 32 (1982), Seite 27-28.
Casimir Bumiller, Studien zur Sozialgeschichte der Grafschaft Zollern im Spätmittelalter (Arbeiten zur Landeskunde Hohenzollerns 14), Sigmaringen 1990, Seite 33-37, 65, 102-104.
Christoph Bizer, Oberflächenfunde von Burgen der Schwäbischen Alb, ein Beitrag zur Keramik- und Burgenforschung (Forschungen und Berichte der Archäologie des Mittelalters in Baden-Württemberg 26), Stuttgart 2006, Seite 239-242.
Günter Schmitt, Burgen, Schlösser und Ruinen im Zollernalbkreis (Zollernalb-Profile Band 3, Schriftenreihe des Zollernalbkreises) Ostfildern 2007, Seite 163-167 (Plan).
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1000 bis 1200
Ruine
Aussichtspunkte, Vergessene Burgen, Highlights, Für Familien
frei zugänglich
Hölnstein - Stetten unter Holstein (Burladingen)
Wegbeschreibung ab der L 382 (Durchgangsstraße Stetten u. H.)
1) In der Ortsmitte an der großen Kreuzung (Nähe Bäckerei/Wirtshaus)
in Richtung „Ruine Holstein“ bzw. „Wanderparkplatz“ abbiegen.
2) aus Richtung Burladingen kommen → rechts abbiegen.
3) aus Richtung Straßberg / Winterlingen kommen → links abbiegen.
4) Der Straße folgen, bergauf aus dem Ort hinaus.
5) Nach wenigen hundert Metern geht die Straße in einen schmalen Waldweg über (asphaltiert).
6) Weiter bergauf fahren, bis Sie den Wanderparkplatz Ruine Holstein erreichen.
Georeferenzierung:
48.331136, 9.186817
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Das naldo Freizeit-Netz bietet am Wochenende einige spezielle Verbindungen für Fahrradfahrer (kostenlose Fahrradmitnahme) und Wanderer.