Entstehung
1200 bis 1300
Eine Einordnung der Herren von Ringelstein in das Umfeld der Herren von Ringingen liegt nahe, sie werden als Dienstmannen der Zollern vermutet. Der älteste Beleg des Namens erscheint als Ringenstein. Aufgrund von Keramikfunden liegt eine Errichtung der Burg in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts nahe. 1274 war ein Sigibold oder Swigger von Ringelstein (Ringenstain) Zeuge für Graf Friedrich von Zollern. Mehrfach erwähnt wurde von 1318–1332 ein Albrecht dem Hagge von Ringelstein, verheiratet mit Irmengard von Lichtenfels. Sein Neffe wurde 1375 als Heinrich von Killer genannt, bezeichnet als Affenschmalz, ist der bedeutendste Vertreter der Ringelsteiner und war in Ebingen, wo er 1413 in der Martinskirche bestattet wurde (Epitaph), zeitweise württembergischer Vogt. Mit dem Tode Heinrichs endet vermutlich auch die Nutzung der Burg Ringelstein. Sein Sohn Casper erhielt 1449 von Graf Jos Niclas I. von Zollern den Besitz Ringelstein als Lehen, danach enden die Nachrichten zur Burg. 1932 erfolgten Instandsetzungs- und Sicherungsmaßnahmen an der Ruine.
Ringelstein ist eine der wenigen, nur aus einem einzigen Bauwerk bestehenden Burganlagen. Ein dazugehörender Wirtschaftshof auf der Hochfläche oder im Tal war bisher nicht nachzuweisen.
Günter Schmitt
Der durch eine unregelmäßig breite und bis zu 5 Meter tiefe Felskluft als Halsgraben (2) abgetrennte Burgfelsen liegt an einer nur wenig markant ausgebildeten Geländeecke. Auf ihm sitzen die Mauern eines unregelmäßig fünfeckigen Wohnturmes mit einer Grundfläche von etwa 7 mal 10 Metern. Völlig ausgebrochen ist die Südwestecke, an der ein hoch liegender Eingang vermutet wird.
Günter Schmitt
Schutthügel bedecken den Innenbereich des ehemaligen Wohnturmes, dessen Mehrgeschossigkeit noch an Balkenlöchern abzulesen ist. Scherben von Hohlziegeln und Lehmbrocken weisen auf eine feste Dacheindeckung mit einem Aus- und möglichen Aufbau in Holzständerbauweise. Das Mauerwerk wechselt von lagerhaften Bruchsteinen bis hin zu grob hammerrecht bearbeiteten Quadern kleinerer und mittlerer Formate. Die Erbauungszeit ist nicht eindeutig gesichert, da ein baulicher Zusammenhang mit der archäologischen Datierung in das 12. Jahrhundert fraglich ist. Ein Neubau in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts erscheint aufgrund der Bauwerkmerkmale eher wahrscheinlich (Schmitt).
(Dr. Christoph Morrissey)
Die hohe Dichte an Burgen, Schlössern und Ruinen im Zollernalbkreis steht in engem Zusammenhang mit der besonderen Landschaft des UNESCO Geopark Schwäbische Alb. Ihre Entstehung geht auf die geologische Entwicklung der Region zurück: mächtigen Kalksteinschichten aus der Jurazeit wurden durch Hebung und Erosion zu einer markanten Schichtstufenlandschaft mit Felsen, steilen Hängen und exponierten Anhöhen geformt.
Diese natürlichen Gegebenheiten boten ideale Voraussetzungen für den Burgenbau. Höhenlagen ermöglichten Schutz und Kontrolle zugleich: Steile Flanken erschwerten Angriffe, während die exponierte Lage weite Ausblicke über das Umland eröffnete. Burgen wurden daher gezielt auf Felsen, Bergspornen oder isolierten Kuppen errichtet – häufig in direkter Verbindung mit dem anstehenden Kalkstein.
Ein prägnantes Beispiel ist die Burg Hohenzollern, die weithin sichtbar auf dem Zollerberg thront. Als Zeugenberg dokumentiert er die frühere Ausdehnung der Albtafel nach Nordwesten. Auch zahlreiche weitere Anlagen im Zollernalbkreis nutzen die topografischen Vorteile der Alb und prägen bis heute das Landschaftsbild.
Die Burgenlandschaft ist damit Ausdruck des engen Zusammenspiels von Geologie und menschlicher Nutzung. Im UNESCO Global Geopark Schwäbische Alb wird dieser Zusammenhang besonders deutlich: Die charakteristischen Felsen und Höhenzüge sind nicht nur landschaftsprägend, sondern auch Grundlage einer jahrhundertealten Bau- und Siedlungsgeschichte.
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Theodor Zingeler/Wilhelm Friedrich Laur, Die Bau- und Kunst-Denkmaeler in den Hohenzollern'schen Landen, Stuttgart 1896, Seite 28-29.
Karl Theodor Zingeler/Georg Buck, Zollerische Schloesser, Burgen und Burgruinen in Schwaben, Berlin 1906, Seite 123-124.
Friedrich Hossfeld/Willy Baur (Bearbeiter), Kreis Hechingen (Die Kunstdenkmäler Hohenzollerns 1), Hechingen, 1939, Seite 259-265.
Johann Adam Kraus, Die Herren von Ringelstein und Killer, genannt Affenschmalz, in: Hohenzollerische Heimat 14, (1954), Seite 103-141.
Johann Adam Kraus, Zwei kleine Burgställe bei Ringingen, in: Hohenzollerische Heimat 11 (1961), Seite 40-42.
Casimir Bumiller, Studien zur Sozialgeschichte der Grafschaft Zollern im Spätmittelalter (Arbeiten zur Landeskunde Hohenzollerns 14), Sigmaringen 1990, Seite 37-41, 65, 101.
Christoph Bizer, Oberflächenfunde von Burgen der Schwäbischen Alb, ein Beitrag zur Keramik- und Burgenforschung (Forschungen und Berichte der Archäologie des Mittelalters in Baden-Württemberg 26), Stuttgart 2006, Seite 226-229.
Günter Schmitt, Burgen, Schlösser und Ruinen im Zollernalbkreis (Zollernalb-Profile Band 3, Schriftenreihe des Zollernalbkreises) Ostfildern 2007, Seite 150-153 (Plan).
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1200 bis 1300
Ruine
Für Familien, Vergessene Burgen
frei zugänglich
Ringelstein - Ringingen (Burladingen)
Georeferenzierung:
48.310022, 9.113111
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